Vorab: Es liegt mir fern, die Generation Remix mit uninteressantem Kram vom Ende der Welt zu belästigen. Du kannst mit der Thematik nichts anfangen oder bist momentan einfach eher an News aus Heiligendamm interessiert? Klicke nicht auf “Weiterlesen”, und alles wird gut.
Der Grund für den Beitrag: Einmal mehr das Bedürfnis, dass durch die deutschen Medien – soweit ich es hier mitbekomme – verzerrte Bild des venezolanischen Protests gerade zu rücken. Den vielen Studenten gerecht zu werden, die für ihre Sache täglich auf die Straße gehen.
Kein Action-Clip von einer der zahlreichen Demonstrationen mit mehreren zehntausend Teilnehmern, die in den letzten Tagen durch die Straßen der Großstädte Venezuelas zogen. Keine Bilder von aufwiegelnden – aus den USA gelenkten – Oppositionsführern, die angeblich zahlreich Stimmung gegen Chàvez machen. Keine bezahlten Protestler. Lediglich eine Kundgebung von Studenten der öffentlichen Universidad de Carabobo, die friedlich und – typisch für die hiesige Protestkultur – mit viel Musik ihren Unmut über die RCTV-Schließung zum Ausdruck bringen. Heute wie täglich in den vergangenen zwei Wochen, mitten in der Innenstadt von Valencia. Und sich der Solidarität großer Teile der Bevölkerung sicher sein können, die Bilder zeigen es. Elf Minuten (Buchtipp) Venezuela. Heute Mittag.
Bitteschön. (Direkt-Include leider nicht möglich)
Zur Erklärung: Das Kürzel “UC” (auf den Händen einiger Studenten & als Tag auf vorbeifahrende Autos und Busse gemalt) steht für “Universidad de Carabobo.”
Zwei Stunde später hat Chàvez einmal mehr eindrucksvoll demonstriert, wie es mit der “Libertad de Exprecion” in diesen Tagen bestellt ist. Alle (!) terrestrisch übertragenen Kanäle – auch die Privaten wie Globovision wurden gleichgeschaltet und strahlten die Rede eines chàvez-treuen Studenten aus.
Das Szenario war bizarr: Der Student redete in einem Gerichtssaal samt Richterin plus Assistenten, Zeugenbank und Publikum (Chàvista) über seine Sicht der Dinge in Sachen RCTV. Zum Ende seiner Rede skandierte er Patria, Socialismo o muerte!. Bei der zweiten Wiederholung stimmten Publikum, Zeugen und Richterin (!) ein.
Anschließend versammelten sich alle auf der Bühne (um den Studenten herum), rufen ein paar ähnlich bekannte Parolen und stimmten dann die Nationalhymne an. Wie geschrieben: Ausgestrahlt via erzwungener Gleichschaltung auf allen frei empfangbaren Kanälen.
Auch dazu gibt’s ein Video – vorsichtshalber (ihr werdet verstehen) nur in meinem privaten Blog. Hier geht`s zum ansonsten identischen Beitrag, den Clip findet ihr ganz unten.
Hi,
Ich finde diese Thematik super spannend. Wir sollten sie auch in anderen Rahmen diskutieren. Ich las in der Jungen Welt einen kritischen Artikel ueber die Studentenbewegung. Die JW beschrieb in ihrer Samstagsausgabe, dass StudentInnen die Moeglichkeit hatten im Parlament zu diskutieren, sie es aber zum Teil abgelehnt hatten. Die StudentInnen, die geredet haben, wurden entlarvt genaue Anweisungen von Werbeagenturen auf ihren Redeskript gehabt zu haben. Weisst du davon was?
gruss
Der venezolanische Staatschef Hugo Chavez? “Der Held des südamerikanischen Sozialismus”. Zitat Lofontaine, bei seiner Neugründungsrede: Die Linke.